Pressemitteilung (14.05.2014)

Erfolgreiche Demonstration gegen den Burschentag in Eisenach. Das Bündnis
gegen Burschentage kritisiert das eskalative Verhalten der Polizei

Am heutigen Samstag demonstrierten 300 Teilnehmer_innen laut und entschlossen zum vierten Mal in Folge gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach.
Zu den Protesten aufgerufen hatte ein Bündnis aus feministischen und antifaschistischen Gruppen. In zahlreichen Redebeiträgen und auf Transparenten wurde die Kritik des Bündnisses an den rassistischen und sexistischen Positionen der Deutschen Burschenschaft thematisiert. Einen besonderen Fokus stellten die engen Verbindungen zwischen extrem rechten Burschenschaften und der AfD dar.

Obwohl die Demonstration wie in den letzten Jahren auch einen absolut friedlichen Verlauf genommen hatte, ließen es sich die Polizeikräfte nicht nehmen, an mehreren Stelle die Demonstration grundlos mit Knüppeln und Pfefferspray anzugreifen. Bereits im Vorfeld wurden die Teilnehmer_innen durch intensive Vorkontrollen schikaniert und kriminalisiert. Die Demonstration reagierte friedlich, aber laut und entschlossen auf Provokationen seitens Burschenschaftern und anwesenden Nazis. Eskalative Situationen mit den Polizeikräften entstanden einzig und allein durch eine Gruppe von Beamten, die immer wieder an Engstellen Demonstrationsteilnehmer_innen bedrängte und dadurch nicht nur eine aufgeheizte Stimmung provozierte, sondern durch ihr Verhalten die Teilnehmer_innen
einer lebensbedrohlichen Gefährdung aussetzte.
„Der heutige Polizeieinsatz hat eine neue Qualität an Repression gegenüber des legitimen breiten Protestes gegen den rassistischen und sexistischen Burschentag in Eisenach dargestellt. Dass die Polizeiführung gegenüber der Presse ihr Einsatzkonzept als ,deeskalativʻ bezeichnet, ist eine reine Farce. Unter den gegeben Umständen ist es fraglich, inwiefern das Grundrecht auf Demonstrations- und Meinungsfreiheit mittels einer angemeldeten Demonstration in Eisenach Gültigkeit hat.“

Pressemitteilung (20.04.2014)

„Gegen alle Männerbünde!“ – Erneute Aktionen gegen den Burschentag in Eisenach

Auch dieses Jahr wird das „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschaft“ wieder mit einer inhaltlicher Auseinandersetzung im Rahmen einer Podiumsdiskussion, einer Broschüre und einer Demonstration in Eisenach gegen den Burschentag intervenieren.
Seit 2011 werden vom Bündnis die Proteste gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach organisiert. Das Bündnis gegen Burschentage versteht sich als feministisches und antifaschistisches Bündnis. Es übt radikale Kritik an dem von der Deutschen Burschenschaft propagierten Rassismus und Sexismus. Aber auch über die Deutsche Burschenschaft hinaus wendet es sich gegen sämtliche Männerbünde und patriarchale Herrschaft. Mit kraftvollen Demonstrationen konnte in den letzten Jahren der Widerspruch gegen die sexistische und rassistische Ideologie der Deutschen Burschenschaft auf die Straße getragen werden. Dazu gibt das Bündnis jährlich eine „Zeitung gegen Burschentage“ in großer Auflage heraus, die in vielen Städten bundesweit ausliegt und verteilt wird. In diesem Jahr wird es neben der Demonstration gegen den Burschentag in Eisenach erstmals eine Podiumsdiskussion am gleichen Tag geben. Auf dem Podium werden Expert_innen zum Thema Studentenverbindungen und der Kritik daran miteinander diskutieren. Die Podiumsdiskussion soll eine Möglichkeit bieten sich intensiv mit dem von Männerbünden vertretenem Antifeminismus und biologistischen Geschlechterbildern auseinanderzusetzen.
Das Bündnis ruft dazu auf, sich an den Veranstaltungen und Protesten gegen den Burschentag 2014 zu beteiligen. „Der immer offensivere Rassismus der Deutschen Burschenschaft ist besorgniserregend, da diejenigen die ihn propagieren später in gehobenen Stellungen vertreten sind. Burschenschaften sind dabei Wegbereiter und Verfestigung für einen reaktionären Konservatismus in Politik, Universitäten und Verbänden.“, so die Pressesprecherin des Bündnisses Antonia Graf.
Als ein Erfolg der Proteste der letzten Jahre kann verbucht werden, dass der bisherige Veranstaltungsraum, die Werner Assmann Halle, der Deutschen Burschenschaft dieses Jahr nicht von der Bürgermeisterin Katja Wolf zur Verfügung gestellt wird.
Das Motto dieses Jahr ist: „Alle Männerbünde auflösen!“. Die Sprecherin des Bündnisses Antonia Graf erläutert dazu: „Die Deutsche Burschenschaft ist für uns ein Symbol für eine Organisationstruktur die Frauen aktiv ausschliesst und ein reaktionäres Geschlechterbild vertritt. Sie ist dabei nur ein Beispiel für eine Vielzahl von ähnlichen in der Gesellschaft vorhandenen Strukturen. Diese finden sich zum Beispiel in Fussballvereinen und Fangruppen, der katholischen Kirche und der Wirtschaft.“

Pressemitteilung (25.05.2013)

300 TeilnehmerInnen auf antifaschistischer und feministischer Demonstration gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft. Demonstration wurde von Polizei daran gehindert, in Sichtweite des Fackelzuges der Burschen zu gelangen. Bündnis gegen den Burschentag zufrieden mit Demonstrationsverlauf, trotz massiven Polizeiaufgebotes.

Am Abend des 24. Mai demonstrierten in Eisenach rund 300 AntifaschistInnen und FeministInnen gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft, der vom 23. – 25. Mai in der Thüringer Stadt stattfand. „Auch wenn die TeilnehmerInnenzahl in diesem Jahr geringer ausgefallen ist als in den letzten drei Jahren, sind wir insgesamt zufrieden. Vor allem die Grußbotschaft des DGB Jugend und der Redebeitrag der Linksjugend aus Eisenach waren für uns wichtige Signale,“ so die Sprecherin des Bündnisses, Henriette Savasci.

Seit Jahren sei es dem Bündnis ein Anliegen, auf eine Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Kräften in Eisenach hin zu wirken. „Obwohl wir viel positive Resonanz gekriegt haben für unsere linksradikale Demonstration, muss dahingehend noch viel mehr passieren“, so die Sprecherin weiter. Es sei wichtig, dass die zivilgesellschaftlichen Kräfte noch mehr eigene Akzente setzen und ihre Netzwerke mobilisieren können.

„Es ist schon bezeichnend, dass eine der größten treffen faschistischer Akteure in Deutschland fast nur von linksradikaler Seite kritisiert wird. Wenn wir den Burschentag wirklich zum Desaster machen wollen, brauchen wir andere Konzepte und wir können nicht auf eine etwaige Vertragskündigung setzen“, so die Sprecherin resümierend über die bisherigen Proteste. Das Bündnis stellt in dessen Pressemitteilung auch fest, dass die Vertragskündigung über die Nutzung der Werner-Aßmann-Halle zwar eine Option sei. Doch, so heißt es in der Pressemitteilung, sei das unzureichend. Das Ziel müsse eine feministische Kritik an den Männerbünden als Ausdruck der Kapitalistischen Gesellschaft im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen sein.

„Nichts weniger will das Bündnis mit seinem Engagement in Eisenach. Wir wollen nicht bloß, dass der Burschentag formal verhindert wird. Nachhaltig kann der Burschentag nur verhindert werden, wenn wir unsere Gesellschaftskritik unversöhnlich formulieren und diese Kritik in der Eisenach Bevölkerung ihren Platz findet. Denn nur damit könne man die Bedingungen, nämlich die tiefe Verankerung von Sexismus, Homophobie und Rassismus in der Gesellschaft, für den Burschentag begreifen und beseitigen“, so die Sprecherin weiter.

Am Rande der Demonstration kam es immer wieder zu Provokationen von Seiten der örtlichen Nazi-Szene um Patrick Wieschke. „An diesem Punkt hat die Polizeiführung versagt, denn sie hat es – trotz mehrmaligen eindeutigen Hinweisen unsererseits – nicht geschafft, die Provokationen der Eisenacher Naziszene einzudämmen!“, so Savaci weiterhin. Das Bündnis sieht in der Stärke der NPD im Stadtrat einen Beleg dafür, dass das gesellschaftliche Klima in Eisenach langfristig verändert werden müsse. „Da kommt insgesamt noch viel Arbeit auf alle emanzipatorischen Kräfte in der Region und auch auf das Bündnis zu. Das wissen wir und es wird nicht leicht sein. Aber das Ziel ist klar und wir werden uns mit aller Entschlossenheit dafür einsetzen, dass die Burschen irgendwann in Eisenach nicht mehr mit offenen Armen empfangen werden!“ so die Sprecherin abschließend.

Pressemitteilung (22.05.2013)

Es gibt keine liberalen Bünde in der Deutschen Burschenschaft! Bündnis gegen den Burschentag ruft zur Demonstration am kommenden Freitagabend auf.

Mit Verwunderung hat das Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach festgestellt, dass die Thüringer Landeszeitung erneut von liberalen Bünden innerhalb der Deutschen Burschenschaft zu berichten weiß. In ihrem Artikel vom 20. Mai sei die Zeitung der PR-Maschine der Initiative Burschenschaftliche Zukunft auf den Leim gegangen, wodurch sie das gefährliche Potenzial der vermeintlich liberalen und konservativen Bünde verharmlose, so das Bündnis in einer Pressemitteilung. „Mir ist schleierhaft, wie man in Anbetracht der Spaltung der Deutschen Burschenschaft 1996 und der Spaltung im Winter vergangenen Jahres noch ernsthaft daran glauben kann, dass es so etwas wie liberale Ansätze innerhalb dieses Dachverbands geben könne,“ so die Sprecherin des Bündnisses gegen den Burschentag, Henriette Savasci.

Der Begriff des Liberalismus sei, schlicht nicht vereinbar mit dem sexistischen Männerbundprinzip, dem Elitegedanken und dem Nationalismus, die die Burschenschafter propagieren. „Die gesamte Gesellschaft ist den Burschenschaftern zufolge auf das männliche hin ausgerichtet. Sie schließen Frauen aktiv aus Politik und Wirtschaft aus,“ so Savasci weiter.

Darüber hinaus sei es offenkundig, dass der vergangene Rechtsruck nunmehr fast ausschließlich faschistische Bünde übriggelassen habe. „Was soll die Deutsche Burschenschaft denn noch anstellen, damit sie als das wahrgenommen wird, was sie auch an inhaltlichen Positionen vertritt?“ so die Sprecherin weiter.

Das Bündnis gegen den Burschentag, welches aus Gruppen aus Erfurt, Eisenach, Kassel, Göttingen und Marburg besteht, ruft für Freitag, den 24. Mai erneut zu einer Demonstration gegen den Burschetag der Deutschen Burschenschaft auf. Beginn ist um 20 Uhr vor dem Eisenacher Hauptbahnhof. „Wir lassen uns von diesen ideologischen Nebelkerzen nicht beirren und werden an diesem Freitag daher einen bunten, lauten und entschlossenen Kontrapunkt zum altertümlichen Fackelmarsch der Burschen setzen! Denn einer emanzipatorischen Gesellschaft stehen diese Männer diametral entgegen!,“ so die Sprecherin des Bündnisses abschließend.

Pressemitteilung #05 (02.06.2012)

Erfolgreicher Protest gegen Burschentag trotz massiven Polizeiaufgebots

Am 2. Juni 2012 demonstrierten mehr als 400 Personen gegen die Deutsche Burschenschaft. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis bestehend aus Gruppen aus Marburg, Göttingen Jena und dem Wartburgkreis. Zur Demonstration waren TeilnehmerInnen aus mehreren deutschen Städten angereist.

Trotz des massiven Polizeiaufgebots und restriktiven Auflagen, zog die Demonstration kraftvoll durch die Innenstadt. „Wir haben überhaupt kein Verständnis für das martialische Auftreten der Polizei. Das war ein vollkommen unverhältnismäßiges Muskelspiel der Ordnungsbehörden und hat zu unnötigen Verzögerungen geführt“, so Henriette Savasci, Sprecherin des feministischen Bündnisses.

Dennoch wertet das Bündnis die Demonstration als Erfolg. „Wir haben den Burschen in der Stadt erneut die Räume genommen und uns unsere Form der Demonstration nicht durch die Behörden diktieren lassen. Dank unserer Entschlossenheit, haben wir es wieder geschafft, unsere Vorstellungen gegen die Auflagen der Stadt durchzusetzen“, so die Sprecherin. Weiterhin kündigte sie an, dass das Bündnis auch in Zukunft gegen den Burschentag in Eisenach vorgehen wird. „Solange die Burschen in Eisenach empfangen und ihnen Räume zur Verfügung gestellt werden, werden wir unsere Kritik in Eisenach artikulieren“, kommentierte die Sprecherin das Vorhaben, auch im nächsten Jahr aktiv zu werden.

Die Deutsche Burschenschaft steht seit Jahren aufgrund ihrer Nähe zu Neonazis in der Kritik. Zuletzt war der Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter und ehemaliges FAP Mitglied, Norbert Weidner, durch geschichtsrevisionistische Aussagen aufgefallen. Er wurde am Freitag in Eisenach in seinem Amt bestätigt.

„Im letzten Jahr haben wir das erste Mal seit zehn Jahren, eine größere Öffentlichkeit gegen den Burschentag in Eisenach erzeugt. Durch Aktionen und Flugblätter haben wir es geschafft, dass dieser Tag für die Burschen kein Heimspiel mehr ist“, so die Sprecherin weiter.

Spaltungs- und sogar Auflösungsgerüchte kursieren in der Stadt. „Für einen Großteil ihrer Probleme sind die Burschen selbst verantwortlich, aber
unsere entschlossene Kritik hat maßgeblich dazu beigetragen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Treiben des Dachverbands zu lenken“, so die Sprecherin weiter.

Im vergangenen Jahr sind sieben Burschenschaften aus dem Dachverband ausgetreten. Gestern haben fünf Mitglieder der Deutschen Burschenschaft ihr Amt niedergelegt. Einer davon Michael Schmidt, Pressesprecher des Verbandes. „Die von der Presse zum Teil als liberal bezeichneten Burschen sind alles andere als das. Sie stören sich im wesentlichen am Nazi-Image des Dachverbandes. Inhaltlich unterscheiden sie sich kaum von den offen neonazistischen Bünden“, so die Sprecherin.

„Deswegen haben wir heute lautstark demonstriert. Nicht nur weil wir die besonders krassen Ausfälle von Burschenschaftern kritisieren, sondern weil wir unsere grundsätzliche Kritik an Sexismus, Homophobie und Nationalismus der Männerbünde und Studentenverbindungen auf die Straße tragen wollten“, so Savasci abschließend.

Pressemitteilung #04 (30.05.2012)

Der Deutschen Burschenschaft in Eisenach entgegentreten! Burschentag zum Desaster machen!
Anlässlich des heute beginnenden Burschentages der Deutschen Burschenschaft in Eisenach betont das „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ die Wichtigkeit von Protest.

Am heutigen Mittwoch, dem 30.05.2012, beginnt in Eisenach der Burschentag der Deutschen Burschenschaft. Das heißt, dass wieder unzählige uniformierte Männer in die Stadt strömen, um Sexismus und Nationalismus zu feiern. Für das Bündnis gegen den Burschentag Anlass deutliche Kritik zu formulieren und Protest auf die Straße zu tragen. Henriette Savasci, Pressesprecherin des Bündnisses, erklärt dazu:
„Wenn sich die Burschenschafter der DB in Eisenach treffen, werden wir auch da sein. Mit einer Demonstration am Samstag, zu der wir Teilnehmende aus verschiedenen Bundesländern erwarten, wollen wir die Ruhe der Deutschen Burschenschaft in Eisenach stören!“ Im Vorfeld des Burschentages hatte es erneut Debatten um die DB gegeben. Erneut wurde herausgestellt, dass die DB kein harmloser Verein ist. Stattdessen lässt sich von einem völkisch-nationalistischen Verband sprechen, der seine Mitglieder und Inhalte an einflussreiche Stellen in die Gesellschaft entsendet. Deutlich wird das Treiben der rechten Burschenschafter auch in Eisenach selbst, wo beim Zusammentreffen der DB immer wieder Sieg-Heil Rufe zu hören sind. Henriette Savasci ergänzt:
„Die bekanntermaßen alljährlich im Brunnenkeller stattfinden Sieg-Heil Rufe sind jedoch nur ein Teil des Problems. Wir wollen deutlich machen, dass wir die Verbindungen auch wegen des Sexismus, der Homophobie und des Elitedenkens ablehnen.“
Da rassistische, antisemitische und sexistische Einstellungen allerdings in der gesamten Gesellschaft weit verbreitet sind, soll mit der Demonstration auch die ganze Gesellschaft kritisiert werden. Denn Nazis – ob sie aus Kreisen der DB oder des NSU kommen – entstammen dieser Gesellschaft. Savasci abschließend:
„Wir wünschen uns, dass sich Eisenacher und Eisenacherinnen, die das reaktionäre Gedankengut ebenfalls ablehnen, unserem Protest anschließen. Darüber hinaus begrüßen wir es, wenn den Burschen der Urlaub in Eisenach möglichst unangenehm gemacht wird. Ins Bier spucken wäre da nur eine Möglichkeit.“

Pressemitteilung #03 (07.05.2012)

Schluss mit der Deutschen Burschenschaft! Burschentag zum Desaster machen!
Das überregionale „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ organisiert erneut Proteste gegen die Deutsche Burschenschaft. Die Mobilisierung geht in die heiße Phase.

Im Frühjahr 2012 ist die Deutsche Burschenschaft erneut massiv in die Kritik geraten. Ursache der Debatte ist in diesem Fall die Person Norbert Weider, Chefredakteur der Verbandszeitung „Burschenschaftliche Blätter“. Dieser hatte den christlichen Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ und seine Hinrichtung als „juristisch […] gerechtfertigt“ bezeichnet. Henriette Savasci, Pressesprecherin des Bündnisses, erklärt dazu: „Norbert Weidner war bei den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen Anfang der 1990er Jahre anwesend, er war bei der neonazistischen Wikingjugend und bei der neonazistischen FAP. Seit Ende der 1990er Jahre ist sein Wirkungsbereich die Deutsche Burschenschaft. Uns erscheint das nur folgerichtig.“ Neben Weidner finden sich im Veband viele weitere Funktionäre der Neonaziszene. Zu nennen sind u.a. Jürgen W. Gansel, Arne Schimmer oder Björn Clemens. Auf dem Burschentag 2012 sind deshalb erneut Auseinandersetzungen zwischen einem vermeintlich gemäßigten und dem offen neonazistischen Flügel um die „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ zu erwarten. Für das Bündnis spielt diese Frage allerdings eine untergeordnete Rolle. Die Kritik des Bündnisses richtet sich explizit gegen die gesamte Deutsche Burschenschaft, das gesamte reaktionäre Verbindungswesen und die rechte Normalität in der Gesellschaft.
Savacsi dazu: „Uns ist egal wer die Führung in der DB inne hat – wir wollen dem Treiben dieses völkisch-nationalistischen Verbandes insgesamt ein Ende bereiten. Deshalb werden wir mit unserer Demonstration am 02. Juni auch die Überschneidungen von rechts-konservativem und neonazistischem Weltbild in den Blick nehmen. Die alltägliche rassistische Normalität muss endlich angegangen werden!“ Zu der Demonstration erwartet das Bündnis Teilnehmende aus verschiedenen Bundesländern. Mobilisierungsveranstaltungen finden u.a. in Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Baden-Württemberg statt. Savacsi abschließend: „Wir werden in Eisenach erneut ein deutliches Zeichen gegen die uniformierten, rechten Männerbünde setzen – wir werden lautstark unseren Unmut kundtun.“

Pressemitteilung #02 (07.03.2012)

Erneute Aktionen gegen den Burschentag in Eisenach 2012 angekündigt.

Die Intervention des „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ geht weiter! Auch im Jahr 2012 wird es wieder Vorfeldaktionen, inhaltliche Veranstaltungen, eine Broschüre und eine Demonstration gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach geben. Hierzu hat das „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ seine Arbeit mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr wieder aufgenommen. Das Bündnis besteht aus antifaschistischen Gruppen aus Niedersachsen, Hessen und Thüringen. „Wir wollen unsere Initiative gegen den Burschentag auch in diesem Jahr und darüber hinaus fortführen“ sagte Henriette Savasci, die Pressesprecherin des
Bündnisses.
Um in Eisenach ein deutliches Signal gegen den extrem rechten Verband zu setzen, wird es am 2. Juni 2012 eine, bereits angemeldete, Demonstration durch die Eisenacher Innenstadt geben. Dabei soll die Deutsche Burschenschaft als Kaderschmiede für die extrem Rechte, aber auch der Rassismus der in vielen Teilen der Gesellschaft vorhanden ist, thematisiert und kritisiert werden.
„Denn wenn sich am Wochenende um den 02. Juni wieder die Burschenschafter in Eisenach treffen, werden auch wir wieder da sein und unserem Protest praktisch Ausdruck verleihen“ so Henriette Savasci, weiter.
Vom 31.05. – 03.06.2012 soll in Eisenach wieder der „Burschentag“ der Deutschen Burschenschaft (DB) stattfinden. Dieses Treffen aller DB-Mitglieder wird jedes Jahr in Eisenach abgehalten, um an das erste Wartburgfest 1817 zu erinnern. Bei der DB handelt es sich um den Dachverband von ca. 110 rechts-konservativen Studentenverbindungen. Inhaltlich ist die DB völkisch-nationalistisch ausgerichtet und unterhält gute Kontakte zur NPD. So sind z.B. Jürgen Gansel und Arne Schimmer, beide NPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag, Mitglieder in DB-Burschenschaften. Diese Verquickung von studentischen Strukturen und rechten Funktionären ist abzulehnen.
„Denn“, so Savasci weiter, „ein Verband dessen Grundausrichung von Rassismus und Sexismus, völkisch-nationalistischer Ideologie und Antisemitismus geprägt ist, gehört bekämpft. Nicht nur die Debatte um den sogenannten Arierparagraphen im letzten Jahr beweist, welche abscheulichen Positionen diesen Verband prägen.“
Die Sprecherin des Bündnises ergänzte die Kritik des Bündnisses gegen den Burschentag mit der Konsequenz: „Wir werden solange jedes Jahr nach Eisenach kommen, bis der Burschentag Geschichte ist!“

Pressemitteilung #01 (02.12.2011)

Bündnis gegen Deutsche Burschenschaft kündigt Protest für das Jahr 2012 an

Am Freitag den 2.12.2011 hat das überregionale Bündnis „Gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ über 2.000 Flugblätter an Haushalte in der Thüringer Stadt Eisenach verteilt. In der Stellungnahme kritisiert das Bündnis die Burschenschaften für ihre rassistischen und sexistischen Standpunkte. „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die Deutsche Burschenschaft in Eisenach treffen und ihre völkische Politik betreiben kann“, so Henriette Savasci, Pressesprecherin des Bündnisses. Im Vorfeld ihres letzten Treffens im Juni stand die Deutsche Burschenschaft heftig in der Kritik wegen ihrer Diskussion um den sogenannten „Arierparagraphen“.

Das Bündnis ruft dazu auf, sich an den Veranstaltungen und Protesten gegen den Burschentag 2012 zu beteiligen. „Als Scharnierfunktion zwischen Neo-Faschismus und etablierter Rechten sollte auch die Deutsche Burschenschaft in der aktuellen Diskussion um rechte Gewalt thematisiert und entschlossen kritisiert werden.“

Im vergangenen Juni sind dem Bündnis zu Folge bereits 500 Menschen auf die Straße gegangen um gegen die Deutsche Burschenschaft zu protestieren. „Auch im nächsten Jahr werden wir gegen das jährliche Nazi-Treffen vorgehen. Es gibt keine Homezone für die Deutsche Burschenschaft – weder in Eisenach noch anderswo“, so Savasci abschließend.