Pressemitteilung #03 (07.05.2012)

Schluss mit der Deutschen Burschenschaft! Burschentag zum Desaster machen!
Das überregionale „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ organisiert erneut Proteste gegen die Deutsche Burschenschaft. Die Mobilisierung geht in die heiße Phase.

Im Frühjahr 2012 ist die Deutsche Burschenschaft erneut massiv in die Kritik geraten. Ursache der Debatte ist in diesem Fall die Person Norbert Weider, Chefredakteur der Verbandszeitung „Burschenschaftliche Blätter“. Dieser hatte den christlichen Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ und seine Hinrichtung als „juristisch […] gerechtfertigt“ bezeichnet. Henriette Savasci, Pressesprecherin des Bündnisses, erklärt dazu: „Norbert Weidner war bei den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen Anfang der 1990er Jahre anwesend, er war bei der neonazistischen Wikingjugend und bei der neonazistischen FAP. Seit Ende der 1990er Jahre ist sein Wirkungsbereich die Deutsche Burschenschaft. Uns erscheint das nur folgerichtig.“ Neben Weidner finden sich im Veband viele weitere Funktionäre der Neonaziszene. Zu nennen sind u.a. Jürgen W. Gansel, Arne Schimmer oder Björn Clemens. Auf dem Burschentag 2012 sind deshalb erneut Auseinandersetzungen zwischen einem vermeintlich gemäßigten und dem offen neonazistischen Flügel um die „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ zu erwarten. Für das Bündnis spielt diese Frage allerdings eine untergeordnete Rolle. Die Kritik des Bündnisses richtet sich explizit gegen die gesamte Deutsche Burschenschaft, das gesamte reaktionäre Verbindungswesen und die rechte Normalität in der Gesellschaft.
Savacsi dazu: „Uns ist egal wer die Führung in der DB inne hat – wir wollen dem Treiben dieses völkisch-nationalistischen Verbandes insgesamt ein Ende bereiten. Deshalb werden wir mit unserer Demonstration am 02. Juni auch die Überschneidungen von rechts-konservativem und neonazistischem Weltbild in den Blick nehmen. Die alltägliche rassistische Normalität muss endlich angegangen werden!“ Zu der Demonstration erwartet das Bündnis Teilnehmende aus verschiedenen Bundesländern. Mobilisierungsveranstaltungen finden u.a. in Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Baden-Württemberg statt. Savacsi abschließend: „Wir werden in Eisenach erneut ein deutliches Zeichen gegen die uniformierten, rechten Männerbünde setzen – wir werden lautstark unseren Unmut kundtun.“

Pressemitteilung #02 (07.03.2012)

Erneute Aktionen gegen den Burschentag in Eisenach 2012 angekündigt.

Die Intervention des „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ geht weiter! Auch im Jahr 2012 wird es wieder Vorfeldaktionen, inhaltliche Veranstaltungen, eine Broschüre und eine Demonstration gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach geben. Hierzu hat das „Bündnis gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ seine Arbeit mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr wieder aufgenommen. Das Bündnis besteht aus antifaschistischen Gruppen aus Niedersachsen, Hessen und Thüringen. „Wir wollen unsere Initiative gegen den Burschentag auch in diesem Jahr und darüber hinaus fortführen“ sagte Henriette Savasci, die Pressesprecherin des
Bündnisses.
Um in Eisenach ein deutliches Signal gegen den extrem rechten Verband zu setzen, wird es am 2. Juni 2012 eine, bereits angemeldete, Demonstration durch die Eisenacher Innenstadt geben. Dabei soll die Deutsche Burschenschaft als Kaderschmiede für die extrem Rechte, aber auch der Rassismus der in vielen Teilen der Gesellschaft vorhanden ist, thematisiert und kritisiert werden.
„Denn wenn sich am Wochenende um den 02. Juni wieder die Burschenschafter in Eisenach treffen, werden auch wir wieder da sein und unserem Protest praktisch Ausdruck verleihen“ so Henriette Savasci, weiter.
Vom 31.05. – 03.06.2012 soll in Eisenach wieder der „Burschentag“ der Deutschen Burschenschaft (DB) stattfinden. Dieses Treffen aller DB-Mitglieder wird jedes Jahr in Eisenach abgehalten, um an das erste Wartburgfest 1817 zu erinnern. Bei der DB handelt es sich um den Dachverband von ca. 110 rechts-konservativen Studentenverbindungen. Inhaltlich ist die DB völkisch-nationalistisch ausgerichtet und unterhält gute Kontakte zur NPD. So sind z.B. Jürgen Gansel und Arne Schimmer, beide NPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag, Mitglieder in DB-Burschenschaften. Diese Verquickung von studentischen Strukturen und rechten Funktionären ist abzulehnen.
„Denn“, so Savasci weiter, „ein Verband dessen Grundausrichung von Rassismus und Sexismus, völkisch-nationalistischer Ideologie und Antisemitismus geprägt ist, gehört bekämpft. Nicht nur die Debatte um den sogenannten Arierparagraphen im letzten Jahr beweist, welche abscheulichen Positionen diesen Verband prägen.“
Die Sprecherin des Bündnises ergänzte die Kritik des Bündnisses gegen den Burschentag mit der Konsequenz: „Wir werden solange jedes Jahr nach Eisenach kommen, bis der Burschentag Geschichte ist!“

Pressemitteilung #01 (02.12.2011)

Bündnis gegen Deutsche Burschenschaft kündigt Protest für das Jahr 2012 an

Am Freitag den 2.12.2011 hat das überregionale Bündnis „Gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft“ über 2.000 Flugblätter an Haushalte in der Thüringer Stadt Eisenach verteilt. In der Stellungnahme kritisiert das Bündnis die Burschenschaften für ihre rassistischen und sexistischen Standpunkte. „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die Deutsche Burschenschaft in Eisenach treffen und ihre völkische Politik betreiben kann“, so Henriette Savasci, Pressesprecherin des Bündnisses. Im Vorfeld ihres letzten Treffens im Juni stand die Deutsche Burschenschaft heftig in der Kritik wegen ihrer Diskussion um den sogenannten „Arierparagraphen“.

Das Bündnis ruft dazu auf, sich an den Veranstaltungen und Protesten gegen den Burschentag 2012 zu beteiligen. „Als Scharnierfunktion zwischen Neo-Faschismus und etablierter Rechten sollte auch die Deutsche Burschenschaft in der aktuellen Diskussion um rechte Gewalt thematisiert und entschlossen kritisiert werden.“

Im vergangenen Juni sind dem Bündnis zu Folge bereits 500 Menschen auf die Straße gegangen um gegen die Deutsche Burschenschaft zu protestieren. „Auch im nächsten Jahr werden wir gegen das jährliche Nazi-Treffen vorgehen. Es gibt keine Homezone für die Deutsche Burschenschaft – weder in Eisenach noch anderswo“, so Savasci abschließend.