Pressemitteilung des Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach

2. Pressemitteilung des Bündnisses gegen den Burschentag in Eisenach

Burschenschaften und AfD, eine neue rechte Allianz?

Wie bereits in den vergangenen Jahren ruft auch dieses Jahr das „Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach“ zu einer antifaschistischen und antisexistischen Demonstration auf, um am Samstag, den 14. Juni gegen den in Eisenach stattfindenden Burschentag der Deutschen Burschenschaft (DB) zu intervenieren. Als bedenklich betrachtet das Bündnis unter anderem die aktuellen Entwicklungen, welche eine Annäherung der DB und der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) nahelegen.

In den Rängen rechtspopulistischer bis rechtsextremer Parteien tümmeln sich schon seit Jahren auch Studenten oder Alte Herren, die in Burschenschaften der DB organisiert sind.
Mit dem Aufstieg der AfD und ihrem Erfolg bei der Europawahl dürfte sich für viele Burschenschafter eine neue politische Heimat aufgetan haben, in denen ihr Rassismus und ihr sexistisches Weltbild toleriert oder sogar gefördert werden.
Bereits im Europa-Wahlkampf gab es Veranstaltungen der AfD bei Burschenschaften der DB, so zum Beispiel einen Vortrag von Joachim Starbatty, inzwischen Abgeordneter im EU-Parlament, bei der rechtsextremen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Andere Vortragende bei der Burschenschaft, die auch zum jährlichen Naziaufmarsch in Dresden mobilisierte, waren zum Beispiel der Holocaustleugner Wilhelm Stäglich.
Auch Benjamin Nolte, stellvertretender Sprecher der Jugendorganisation der AfD, der Jungen Alternative (JA), ist in der DB kein Unbekannter. 2009 machte er durch rassistische Übergriffe auf dem Burschentag in Eisenach von sich reden, heute ist er Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Danubia München.

„Dass Mitglieder der Deutschen Burschenschaft in der AfD die Möglichkeit haben ihre rassistischen und sexistischen Ansichten weiter auszuleben, zeigt nicht zuletzt die Politik der Partei“, so der Pressesprecher des Bündnisses Knut Heinken, „Während die Parteijugend UKIP-Chef Nigel Farrage einlädt und sich von Gleichberechtigung und Feminismus bedroht sieht, kann EU-Parlamentsabgeordnete Beatrix von Storch ungehemmt Multikulti als Auslöschung der Völker bezeichnen.“

Die AfD fischt also nicht nur erfolgreich nach Stimmen am rechten Rand, rechte Burschenschaften finden in ihr auch eine seriös erscheinende politische Heimat. Der Erfolg der AfD könnte der durch Austritte geschwächten DB neue Kraft verleihen. An ihrer sexistischen und rassistischen Politik wird sich aber so oder so nichts ändern.

Infotour des Bündnisses gegen den Burschentag

Im Rahmen einer Infotour führt das Bündnis zur Zeit in vielen Städten Informationsveranstaltungen durch, in denen für den Besuch der Demonstration am 14.06. geworben wird. Außerdem wird auf den Veranstaltungen die Kritik an den sexistischen und rassistischen Umtrieben der Deutschen Burschenschaft geübt.