Archiv für Juni 2014

4. Pressemitteilung des Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach

Erfolgreiche Demonstration gegen den Burschentag in Eisenach. Das Bündnis
gegen Burschentage kritisiert das eskalative Verhalten der Polizei

Am heutigen Samstag demonstrierten 300 Teilnehmer_innen laut und entschlossen zum vierten Mal in Folge gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach.
Zu den Protesten aufgerufen hatte ein Bündnis aus feministischen und antifaschistischen Gruppen. In zahlreichen Redebeiträgen und auf Transparenten wurde die Kritik des Bündnisses an den rassistischen und sexistischen Positionen der Deutschen Burschenschaft thematisiert. Einen besonderen Fokus stellten die engen Verbindungen zwischen extrem rechten Burschenschaften und der AfD dar.

Obwohl die Demonstration wie in den letzten Jahren auch einen absolut friedlichen Verlauf genommen hatte, ließen es sich die Polizeikräfte nicht nehmen, an mehreren Stelle die Demonstration grundlos mit Knüppeln und Pfefferspray anzugreifen. Bereits im Vorfeld wurden die Teilnehmer_innen durch intensive Vorkontrollen schikaniert und kriminalisiert. Die Demonstration reagierte friedlich, aber laut und entschlossen auf Provokationen seitens Burschenschaftern und anwesenden Nazis. Eskalative Situationen mit den Polizeikräften entstanden einzig und allein durch eine Gruppe von Beamten, die immer wieder an Engstellen Demonstrationsteilnehmer_innen bedrängte und dadurch nicht nur eine aufgeheizte Stimmung provozierte, sondern durch ihr Verhalten die Teilnehmer_innen
einer lebensbedrohlichen Gefährdung aussetzte.
„Der heutige Polizeieinsatz hat eine neue Qualität an Repression gegenüber des legitimen breiten Protestes gegen den rassistischen und sexistischen Burschentag in Eisenach dargestellt. Dass die Polizeiführung gegenüber der Presse ihr Einsatzkonzept als ,deeskalativʻ bezeichnet, ist eine reine Farce. Unter den gegeben Umständen ist es fraglich, inwiefern das Grundrecht auf Demonstrations- und Meinungsfreiheit mittels einer angemeldeten Demonstration in Eisenach Gültigkeit hat.“

EA für Samstag 14.6

Die Nummer für den Ermittlungsausschuss lautet: 03641-449304
Der Ermittlungsausschuss ist kein Infotelefon. Bitte benutzt die Nummer nur wenn ihr festgenommen werdet oder Festnahmen beobachtet.
Wer mehr wissen möchte schaut hier.

Bündnis ruft Bürger_innen zu Widerstand auf!

3. Pressemitteilung des Bündnisses gegen den Burschentag in Eisenach

Wie bereits in den vergangenen Jahren ruft auch dieses Jahr das „Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach“ zu einer feministischen und antifaschistischen Demonstration auf, um am Samstag, den 14. Juni gegen den in Eisenach stattfindenden Burschentag der Deutschen Burschenschaft (DB) zu intervenieren. Das Bündnis ruft auch die Bürger_innen Eisenachs dazu auf, sich den antifeministischen, rassistischen und sexistischen Machenschaften der DB entgegenzustellen.
Bereits seit vielen Jahren ist es der Deutschen Burschenschaft nahezu ungehindert möglich, sich anlässlich des Burschentages alljährlich aufs Neue in Eisenach zu inszenieren und dabei ihre rassistische und sexistische Propaganda öffentlich zur Schau zu stellen. Wesentliche Grundlage dieser Inszenierung ist die Akzeptanz der Festivitäten rund um den Burschentag innerhalb der Eisenacher Bevölkerung.

Mittlerweile scheint sich der Wind zumindest in der Politik zu drehen. Bürgermeisterin Katja Wolf entschied, die Werner-Aßmann-Halle ab 2017 der DB nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Der kürzlich wegen Volksverhetzung verurteilte Patrick Wieschke ist mit seiner Fraktion im Moment im Stadtparlament offiziell der einzige Unterstützer der DB. Die Wartburg-Stiftung stellt den Burschenschaftern die traditionellen Räume nicht mehr zur Verfügung. Die Stadt hat mit der gestern stattgefunden Tagung zum Thema „rechte Burschen“ endlich Willen zur Auseinandersetzung gezeigt.

Das Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach begrüßt diese Entwicklungen, fordert aber eine Vertiefung und Verbreiterung der Diskussion. „Die Einteilung der Burschenschaften in „Liberale“ und „Rechtsextreme“ lehnen wir ab, diese Argumentation verschleiert das Elitedenken , und die antifeministischen und nationalistischen Grundwerte aller Verbindungen der deutschen Burschenschaft. Nichts ist liberal am Männerbund“, so Knut Heinken für das Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach.

Die Bürger_innen Eisenachs sind zum Handeln aufgerufen: „Wir fordern die Bürgerinnen und Bürger Eisenachs dazu auf, sich entschieden der Propaganda der Deutschen Burschenschaft entgegenzustellen und sich an unseren Protesten zu beteiligen“, so der Pressesprecher des Bündnisses Knut Heinken.
„Den Burschenschaftern muss deutlich signalisiert werden, dass sie in Eisenach nicht willkommen sind und ihre Politik hier nicht geduldet wird.“

Der Aufruf zu den Aktionen gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft findet sich unter: http://gegenburschentage.blogsport.de/aufruf/ .

Pressemitteilung des Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach

2. Pressemitteilung des Bündnisses gegen den Burschentag in Eisenach

Burschenschaften und AfD, eine neue rechte Allianz?

Wie bereits in den vergangenen Jahren ruft auch dieses Jahr das „Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach“ zu einer antifaschistischen und antisexistischen Demonstration auf, um am Samstag, den 14. Juni gegen den in Eisenach stattfindenden Burschentag der Deutschen Burschenschaft (DB) zu intervenieren. Als bedenklich betrachtet das Bündnis unter anderem die aktuellen Entwicklungen, welche eine Annäherung der DB und der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) nahelegen.

In den Rängen rechtspopulistischer bis rechtsextremer Parteien tümmeln sich schon seit Jahren auch Studenten oder Alte Herren, die in Burschenschaften der DB organisiert sind.
Mit dem Aufstieg der AfD und ihrem Erfolg bei der Europawahl dürfte sich für viele Burschenschafter eine neue politische Heimat aufgetan haben, in denen ihr Rassismus und ihr sexistisches Weltbild toleriert oder sogar gefördert werden.
Bereits im Europa-Wahlkampf gab es Veranstaltungen der AfD bei Burschenschaften der DB, so zum Beispiel einen Vortrag von Joachim Starbatty, inzwischen Abgeordneter im EU-Parlament, bei der rechtsextremen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Andere Vortragende bei der Burschenschaft, die auch zum jährlichen Naziaufmarsch in Dresden mobilisierte, waren zum Beispiel der Holocaustleugner Wilhelm Stäglich.
Auch Benjamin Nolte, stellvertretender Sprecher der Jugendorganisation der AfD, der Jungen Alternative (JA), ist in der DB kein Unbekannter. 2009 machte er durch rassistische Übergriffe auf dem Burschentag in Eisenach von sich reden, heute ist er Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Danubia München.

„Dass Mitglieder der Deutschen Burschenschaft in der AfD die Möglichkeit haben ihre rassistischen und sexistischen Ansichten weiter auszuleben, zeigt nicht zuletzt die Politik der Partei“, so der Pressesprecher des Bündnisses Knut Heinken, „Während die Parteijugend UKIP-Chef Nigel Farrage einlädt und sich von Gleichberechtigung und Feminismus bedroht sieht, kann EU-Parlamentsabgeordnete Beatrix von Storch ungehemmt Multikulti als Auslöschung der Völker bezeichnen.“

Die AfD fischt also nicht nur erfolgreich nach Stimmen am rechten Rand, rechte Burschenschaften finden in ihr auch eine seriös erscheinende politische Heimat. Der Erfolg der AfD könnte der durch Austritte geschwächten DB neue Kraft verleihen. An ihrer sexistischen und rassistischen Politik wird sich aber so oder so nichts ändern.

Infotour des Bündnisses gegen den Burschentag

Im Rahmen einer Infotour führt das Bündnis zur Zeit in vielen Städten Informationsveranstaltungen durch, in denen für den Besuch der Demonstration am 14.06. geworben wird. Außerdem wird auf den Veranstaltungen die Kritik an den sexistischen und rassistischen Umtrieben der Deutschen Burschenschaft geübt.

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