300 TeilnehmerInnen auf antifaschistischer und feministischer Demonstration gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft

Pressemitteilung vom 25.05.2013:

300 TeilnehmerInnen auf antifaschistischer und feministischer Demonstration gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft ++ Demonstration wurde von Polizei daran gehindert, in Sichtweite des Fackelzuges der Burschen zu gelangen. ++ Bündnis gegen den Burschentag zufrieden mit Demonstrationsverlauf, trotz massiven Polizeiaufgebotes ++

Am Abend des 24. Mai demonstrierten in Eisenach rund 300 AntifaschistInnen und FeministInnen gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft, der vom 23. – 25. Mai in der Thüringer Stadt stattfand. „Auch wenn die TeilnehmerInnenzahl in diesem Jahr geringer ausgefallen ist als in den letzten drei Jahren, sind wir insgesamt zufrieden. Vor allem die Grußbotschaft des DGB Jugend und der Redebeitrag der Linksjugend aus Eisenach waren für uns wichtige Signale,“ so die Sprecherin des Bündnisses, Henriette Savasci.

Seit Jahren sei es dem Bündnis ein Anliegen, auf eine Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Kräften in Eisenach hin zu wirken. „Obwohl wir viel positive Resonanz gekriegt haben für unsere linksradikale Demonstration, muss dahingehend noch viel mehr passieren“, so die Sprecherin weiter. Es sei wichtig, dass die zivilgesellschaftlichen Kräfte noch mehr eigene Akzente setzen und ihre Netzwerke mobilisieren können.

„Es ist schon bezeichnend, dass eine der größten treffen faschistischer Akteure in Deutschland fast nur von linksradikaler Seite kritisiert wird. Wenn wir den Burschentag wirklich zum Desaster machen wollen, brauchen wir andere Konzepte und wir können nicht auf eine etwaige Vertragskündigung setzen“, so die Sprecherin resümierend über die bisherigen Proteste. Das Bündnis stellt in dessen Pressemitteilung auch fest, dass die Vertragskündigung über die Nutzung der Werner-Aßmann-Halle zwar eine Option sei. Doch, so heißt es in der Pressemitteilung, sei das unzureichend. Das Ziel müsse eine feministische Kritik an den Männerbünden als Ausdruck der Kapitalistischen Gesellschaft im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen sein.

„Nichts weniger will das Bündnis mit seinem Engagement in Eisenach. Wir wollen nicht bloß, dass der Burschentag formal verhindert wird. Nachhaltig kann der Burschentag nur verhindert werden, wenn wir unsere Gesellschaftskritik unversöhnlich formulieren und diese Kritik in der Eisenach Bevölkerung ihren Platz findet. Denn nur damit könne man die Bedingungen, nämlich die tiefe Verankerung von Sexismus, Homophobie und Rassismus in der Gesellschaft, für den Burschentag begreifen und beseitigen“, so die Sprecherin weiter.

Am Rande der Demonstration kam es immer wieder zu Provokationen von Seiten der örtlichen Nazi-Szene um Patrick Wieschke. „An diesem Punkt hat die Polizeiführung versagt, denn sie hat es – trotz mehrmaligen eindeutigen Hinweisen unsererseits – nicht geschafft, die Provokationen der Eisenacher Naziszene einzudämmen!“, so Savaci weiterhin. Das Bündnis sieht in der Stärke der NPD im Stadtrat einen Beleg dafür, dass das gesellschaftliche Klima in Eisenach langfristig verändert werden müsse. „Da kommt insgesamt noch viel Arbeit auf alle emanzipatorischen Kräfte in der Region und auch auf das Bündnis zu. Das wissen wir und es wird nicht leicht sein. Aber das Ziel ist klar und wir werden uns mit aller Entschlossenheit dafür einsetzen, dass die Burschen irgendwann in Eisenach nicht mehr mit offenen Armen empfangen werden!“ so die Sprecherin abschließend.


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